Die Stuttgarter Künstlerin rosalie war mit ihren Theater- und Bühnenbildprojekten für Oper, Ballett, Schauspiel und Film sowie mit ihren Ausstellungs-projekten in der zeitgenössischen Bildkunst und Lichtkunst international präsent. Sie hat in diesen künstlerischen Disziplinen neue Sprachen der Ästhetik entwickelt und mediale Vernetzungen in innovativen Grenzüberschreitungen realisiert.

 

Insbesondere seit den szenischen Licht-Bild-Räumen für Der Ring des Nibelungen bei den Bayreuther Festspielen 1994 bis 1998 war rosalie einer internationalen Öffentlichkeit bekannt. Nach Wagners Tristan und Isolde 2005 und Tannhäuser 2012 hatte ihre Produktion Lohengrin am NNTT New National Theater Tokyo, Japan große Aufmerksamkeit erregt.

 

Wesentlich für ihr Schaffen waren spezifische Produktionen mit zeitgenössischer Musik, die vollkommen neue Formen des Zusammenspiels von Licht, Farbe und Rhythmus unter dem Blickwinkel experimenteller Räume eröffnen, u.a. für die Donaueschinger Musiktage HYPERION – Konzert für Licht und Orchester von Georg Friedrich Haas, 2006.

 

IInnerhalb des facettenreichen Œuvre der Stuttgarter Künstlerin wurde vor allem die Lichtkunst ab 2006 zu einem zentralen Thema, und ihre großformatigen kinetischen Lichtskulpturen wurden von der Öffentlichkeit und den Medien mit großem Interesse wahrgenommen. Zeitgenössische Materialien, Technologien von größter Komplexität und digitale Medien bildeten die Basis, aus denen rosalie »neue Universen des Lichts« (Zitat von Peter Weibel) hervorbrachte: Lichtkunstwerke von enormer Farbkraft und Emotionalität.

Wichtige Werke der letzten Jahre waren die kinetischen Lichtinstallationen HELIOS (2007-2009), Séraphin (2007), HYPERION_Fragment (2008-2009) sowie CHROMA_LUX, als permanente Lichtskulptur bis Ende 2010 im ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe ausgestellt.

 

2008 wurde ihre interaktive Lichtinstallation HELIOS – La nube luminosa auf der 3. Internationalen Biennale für zeitgenössische Kunst in Sevilla präsentiert. 2013 realisierte rosalie für das Museum der bildenden Künste Leipzig drei großdimensionierte, kinetisch-interaktive Licht- und Raumskulpturen als medialgesteuerte Rauminszenierungen: WAGNER – Heldendisplay, KLINGER – Begehbare Landschaften der Melancholie und MAY – Dead End.

 

Weitere Lichtinstallationen folgten in 2015 - 2017:

Light Flow | Light Stream, temporäre kinetische Lichtskulptur über die gesamte Fassade der Staatsoper Hamburg.

 

Marathon der Tiere, eine audiovisuelle Installation im Großformat bei der lichtsicht 5. Projektions-Biennale in Bad Rothenfelde 2015/16 und im „Best Off“ ebendort 2017/18.

 

Von März 2016 bis Januar 2017 war ihre begehbare kinetische Lichtskulptur Lichtwirbel in der Schaufler-Foundation, im Museum Schauwerk Sindelfingen exponiert.

 

Eine ihrer letzten Arbeiten realisierte sie im April 2017 in der seinerzeit gerade neu eröffneten Elbphilharmonie Hamburg mit dem Projekt Mahler 8. (Gustav Mahler 8. Sinfonie), einer Koproduktion der Staatsoper Hamburg und der Elbphilharmonie.

 

rosalie studierte Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Stuttgart; Malerei, Grafik, plastisches Arbeiten und Bühnen- und Kostümbild an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

 

Seit 1995 war sie Professorin und hatte einen Lehrstuhl für Bühnen- und Kostümbild an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main.

1988 erhielt rosalie den ersten Preis der 1. Münchener Biennale – Internationales Festival für Neues Musiktheater, 2008 den Europäischen Kulturpreis für ihr künstlerisches Gesamtwerk, 2009 den Walter-Fink-Preis des ZKM | Karlsruhe für intermediale Disziplinen und 2013 den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg.

 

 

»rosalie ist Bildhauerin, Architektin, Malerin und noch viel mehr:

rosalie spricht eine universale Kunstsprache. Wir verdanken es dem Genie von rosalie, dass sie tatsächlich imstande ist, Kunstschönes zu produzieren, das aussieht wie Naturschönes.

 

Mit ihren interaktiven kinetischen Medien-Licht-Skulpturen (bewegten Bildern, bewegtem Licht, bewegten Leinwänden) hat rosalie die Hoffnungen und Versprechungen einer neuen optischen Kunst erfüllt, nämlich Farbe, Form und Licht zu einer neuen absoluten Einheit und komplexeren Stufe der Gestaltung zu erheben. rosalie ist eine der wenigen Künstlerinnen, die das umfassende Universum des Lichts, diese endlose Kunst des Lichts, tief verstanden hat. So entwickelt sie im Laufe der Jahre ein eigenständiges heliografisches Spektrum und erfindet eine universelle Schrift des Lichts.

 

rosalie hat mit ihrer umfassenden Exploration der Möglichkeiten des Lichts als Gestaltungsmittel, mit ihren ›Lumino-Sphären‹, den Tresor des Lichts für kommende Generationen geöffnet. Man könnte die Arbeiten von rosalie LightScapes – Lichtlandschaften – nennen.

 

Ich vermute sogar, dass rosalie, wenn sie so weitermacht, verdientermaßen den Titel bekommt: „Jackson Pollock des Lichts“.«

 

Peter Weibel, Vorstand

ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe

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